Robert Friedrichs

Robert Friedrichs, 1849 bis 1924, war Ziegeleibesitzer in Gotha.

Der Ziegeleibesitzer Robert Friedrichs kommt das Verdienst zu, das seit 1832 im Familienbesitz befindliche Unternehmen zur bedeutendsten Gothaer Ziegelei gemacht zu haben. Die schon im Jahre 1832 gegründete Ziegelei der Friedrichsfamilie siedelte sich in der Breiten Gasse 2 in Gotha an. Sie galt damals zu recht als der „aufgehende Stern“ unter den Gothaer Ziegeleien, da sie sich schon frühzeitig die Rechte zur Kalkgewinnung und zum Kalkbrennen am Kleinen Seeberg von der ehemaligen herzoglichen Ziegelhütte hatte sichern können. Dabei stand sie in Konkurrenz zu den anderen Gothaer Ziegeleien: Dorotheus Sahlender in der Waltershäuser Straße und Louis Ferdinand Friedrichs in der Friemarer Straße 40. Letztere ging während der Weltwirtschaftskrise in Konkurs. Seit 1878 hatte Robert Friedrichs begonnen, einige Teile in die Friemarer Straße 38 zu verlegen, wo das Rohmaterial in unmittelbarer Nähe vorhanden war und sich außerdem der Anschluß an die Eisenbahnstrecke Gotha-Leinefelde anbot. Lediglich die Verwaltung des Unternehmens war nach dem Umzug in der Breiten Gasse 2 verblieben. Die neue Fabrik entwickelte sich rasch. Im Jahre 1888 wurde der erste und 1907 bereits der vierte Ringofen erbaut. Damit konnte die Ziegelproduktion im größeren Umfange aufgenommen werden. So erreichte die Produktion im Jahre 1922 ein Volumen von 16 Millionen Stück, davon vier Millionen Dachziegeln, von denen sämtliche Ausführungen, ob als Falzziegel, Dachpfanne, Bieberschwanz oder Firstziegel, hergestellt wurden. Beheizte Trockenanlagen ermöglichten es, den Betrieb das ganze Jahr hindurch aufrecht zu erhalten. Der Absatz der Fabrikate erfolgte an die verschiedensten Abnehmer in ganz Deutschland und teilweise auch im Ausland. Im Jahre 1907 ließ sich Friedrichs in der Schützenallee 12 eine luxuriöse Villa erbauen, die der Gothaer Architekt Alfred Cramer entworfen hat. Heute ist die Villa mit dem 1899 errichteten Gayer-Stift (heute Altenpflegeheim „Therese Gayer“) durch einen Zwischenbau verbunden. Die Ziegelei Friedrichs wurde noch bis in die Nachkriegszeit von seinem Sohn Emil Friedrichs als Betriebsleiter weitergeführt.

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