Otto Geithner

Otto Geithner, 23. Mai 1876 bis 31. Juli 194, war ein kommunistischer Politiker und Journalist.

Otto Geithner, der am 23. Mai 1876 in Merseburg geboren wurde, erlernte hier das Tischlerhandwerk. Anschließend ging er als Geselle auf Wanderschaft. Besonders sein zweijähriger Aufenthalt in der Schweiz, dem Zentrum vieler emigrierter deutscher Sozialdemokraten, war bestimmend für seine spätere politische Entwicklung. 1894 trat er der SPD bei, besuchte Arbeiterbildungsveranstaltungen und lernte dabei mehrere Führer der Arbeiterbewegung persönlich kennen, wie z.B. Engels, Bebel, Liebknecht und auch Lenin. Im Herbst 1899 trat er in die von Wilhelm Liebknecht in Berlin gegründete Arbeiterbildungsschule ein, wo er sein Wissen vervollständigte und nebenbei auch journalistisch tätig war. Wilhelm Bock hatte 1910 den linken Sozialdemokraten Otto Geithner als Redakteur an das 1890 gegründete „Gothaer Volksblatt“ berufen. Durch ihn fasste die Parteilinke in den Vorständen von Partei und Gewerkschaft langsam Fuß. Der Anhang Geithners bildete den Kristallisationskern der wachsenden radikalen Gruppen in der Gothaer Arbeiterschaft nach 1918. In der Novemberrevolution 1918 stand Otto Geithner als Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates und des Vollzugsausschusses an der Spitze der revolutionären Kräfte in Gotha. Bereits in den ersten Tagen der Revolution wurden bedeutende demokratische und soziale Rechte für die Gothaer Bevölkerung durchgesetzt, darunter der 8-Stunden-Arbeitstag bei gleichbleibendem Lohn für die Arbeiter und Angestellten. Im Dezember 1920 vereinigte sich unter der Führung Otto Geithners die linke Mehrheit der USPD im Gebiet von Gotha mit der KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag wurde er in den Zentralausschuß gewählt, dem er bis Januar 1923 angehörte. Im Jahre 1926 wurde Otto Geithner aus der KPD ausgeschlossen. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise trat er der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands bei. 1935 wurde Otto Geithner verhaftet, zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und nach der Haft bis 1945 im KZ Buchenwald gefangengehalten. Nach 1945 war er Redakteur der „Thüringischen Volkszeitung“ in Gotha. Von 1946 bis 1948 arbeitete er trotz hohen Alters als Verwaltungsdirektor der Schloßbibliothek auf Schloß Friedenstein. An ihn erinnert im Westteil Gothas eine Straße, die seinen Namen trägt.

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