Friedrich Myconius

Friedrich Myconius, 26. Dezember 1490 bis  7. April 1546, war ein lutherischer Theologe und Reformator.

Friedrich Myconius, der bedeutende Thüringer Reformator und Gothas erster evangelischer Pfarrer, wurde 1490 in Lichtenfels am Main geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Annaberg, ging er mit 19 Jahren ins Kloster, um Franziskanermönch zu werden. 1516 erhielt er in Weimar seine Priesterweihe. Schon bald wurde der junge Mönch mit den Gedanken Martin Luthers bekannt. Als Gegner des Ablasshandels und Anhänger der Lehre Luthers war er von den Franziskanern mehrmals bestraft worden. Im Jahre 1524 gelingt Myconius die Flucht aus dem Kloster. Auf Luthers Empfehlung wird Myconius als Prediger nach Gotha berufen. Hier war es im selben Jahr zum sogenannten „Pfaffensturm“ gekommen. Die von Luther immer wieder geforderte Reformation war auch in Gotha nicht mehr aufzuhalten. Myconius schildert die damals in Gotha vorherrschenden weltlichen und kirchlichen Verhältnisse in seiner „Geschichte der Reformation“, in welcher er mit schonungsloser Offenheit die Verhältnisse in der Stadt, wie Korruption, Vetternwirtschaft und unsittlicher Lebenswandel beim Klerus, darstellt. Da Jahrhunderte lang Schulwesen, Kultur und Bildung unter dem Einfluß der katholischen Kirche mit ihren scholastischen Lehrern standen, begann Myconius sein reformatisches Wirken zunächst mit einer neuen Verfügung über die beiden, sich im Verfall befindlichen Knabenschulen in Gotha. Er ordnete eine Vereinigung der beiden Schulen und ihre Verlegung ins Augustinerkloster an. Im Sinne Luthers wurde eine humanistische Lateinschule geschaffen, aus welcher später das „Gymnasium illustre“ und nach der Vereinigung mit dem Realgymnasium das „Gymnasium Ernestinum“ hervorgingen. Dem beharrlichen Einsatz dieses bedeutenden Theologen und Humanisten ist es zu verdanken, dass im „Gothaer Land“ die Ziele der Reformation verwirklicht werden konnten. Wie Luther mahnte er jedoch zu Mäßigung und Geduld, aber vor allem zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Nur anderthalb Monate nach dem Tod seines großen Vorbildes und Freundes Martin Luther, starb Friedrich Myconius im Alter von 55 Jahren in Gotha. Die Stadt ehrt Friedrich Myconius, der sich bei der Förderung des Gothaer Schulwesens und der Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse bleibende Verdienste erworben hat, indem eine Schule sowie der vor der Schule liegende Platz seinen Namen tragen.

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