August Heinrich Petermann

August Heinrich Petermann, 18. April 1822 bis 25. September 1878, war einer der bekanntesten Geographen und Kartographen des 19. Jahrhunderts.

Der hervorragende Geograph und Kartograph Prof. Dr. August Petermann wurde in Bleicherode im Eichsfeld geboren. In einer fünfjährigen Lehre ließ er sich in der „Geographischen Kunstschule“ von Prof. Berghaus in Potsdamm zum Kartographen ausbilden. Danach folgte er 1845 einem Ruf nach Edinburgh und London, wo er Mitglied der „Royal Geographical Society“ wurde und sich bald „Geographer of the Queen“ nennen durfte. Dort entfaltete er vielfältige Aktivitäten zur Organisation und Unterstützung von Forschungsreisen für die Erkundung und Erschließung noch unbekannter Gebiete der Erde. Es gelang Bernhard Perthes, dem Enkel von Justus Perthes, ihn 1854 an die Gothaer Geographische Anstalt zu holen. Gotha wurde so in den nächsten zwei Jahrzehnten fast zum „Nabel“ der Welt und nahm eine bedeutende Position bei der Erkundung der Erde ein. Die zahlreichen Forschungsberichte und das Kartenmaterial, das nach Gotha strömte, veranlassten August Petermann, ab März 1855 die monatlich erscheinenden Hefte „Mitheilungen aus Justus Perthes´ Geographischer Anstalt“ herausgegeben. Sie entwickelten sich bald zur ersten erdkundlichen Zeitschrift der Welt und haben als „Petermanns Geographische Mitteilungen“ seinen Namen bis in die Gegenwart lebendig gehalten. Durch die kritische Auswertung und Verarbeitung aller zugänglichen Informationen schuf Petermann immer genauere Originalkarten. Mit diesen stattete er auch die Afrika- und Nordpolar-Expeditionen aus. Maßgeblich war er bei der Organisation und Ausstattung der beiden ersten deutschen Nordpolarexpeditionen 1868 und 1869/70 beteiligt. Weiterhin beschäftigte sich Petermann mit der Erforschung andrer, damals ebenfalls noch relativ unbekannter Erdräume. Solche waren Inneraustralien, einige Gebiete Amerikas, Zentralasiens und Osteuropas sowie der Meeresgeographie. Am 25. September 1878 setzte Dr. Petermann jäh seinem Leben selbst ein Ende. Während seines rastlosen Schaffens hatte er viele Auszeichnungen und Würdigungen erhalten. Noch heute tragen zehn geographische Objekte seinen Namen z.B. die Petermannspitze (2800 m) in Ostgrönland, der Petermann-Fjord in NW-Grönland, das Kap Petermann auf der Insel Nowaja Semlja, und sogar ein Krater auf dem Mond trägt seinen Namen. An den großen Geographen erinnert ein Denkmal im Gothaer Park in der Nähe des Teeschlösschens, das 1909 von der deutschen geographischen Gesellschaft gestiftet wurde.

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