August Blödner

August Blödner, 1852 bis 1927, war ein deutscher Fabrikant und Gothaer Stadtverordneter.

Fabrikbesitzer August Blödner gehörte zu den bedeutenden Unternehmern Gothas. Er wurde als Sohn einer alten Gothaer Seifensiederfamilie 1852 geboren und erlernte das Schlosserhandwerk. Als 25jähriger Schlossermeistergründete er 1877 in der Eisenacher Straße 12 eine bescheidene Schlosserwerkstatt mit einem gesellen und einem Lehrling. In dieser wurden hauptsächlich Aktenregale aus Eisen hergestellt. Da sich die Werkstatt bald als zu klein erwies, wurde der Betrieb 1884 in die Spohrstraße 4 verlegt. Hier entstand an Stelle der früheren Absatzfabrik von Fahr, die abgebrannt war, eine damals hochmoderne Schlosserei in neu hergerichteten Räumen. August Blödner erweiterte die Fabrikation bald um ein Bedeutendes. Kunstschlosserei und Maschinenreparaturen wurden beibehalten, dazu kam die Herstellung von Eisenkonstruktionen sowie von Formen für die Gummiindustrie. In einem Nebenbetrieb, Nahe der Spohrstraße, begann er mit dem Bau von Stahlschränken. Aus 7 Arbeitern, mit denen er 1884 in der Spohrstraße angefangen hatte, waren 1906 bereits 60 geworden. Da auch die neue Produktionsstätte den größeren Anforderungen nicht mehr genügte, ließ Blödner 1907 in der Parkstraße eine für die damalige Zeit sehr moderne Schlosserei, Schmiede und Dreherei errichten. Die günstige Lage und moderne Einrichtung -des Betriebes führte zu einem weiteren Aufschwung des Werkes, das bald eine führende Stellung in der Herstellung von Stahlbändern, von Falttoren zum Verschluß großer Gebäudeöffnungen sowie von Büromöbeln aus Stahl erreichte. 1910 wurde August Blödner mit dem Titel Kommerzienrat geehrt, da er für die Gothaer Luftschiffhalle einen dauerhaften Hallenverschluß gefertigt hatte. 1916 schenkte er der Stadt Gotha das Hausgrundstück Bürgeraue 14 mit der Auflage, eine Fortbildungsschule für das Handwerk zu errichten. Wegen eines schweren körperlichen Leidens musste er die Leitung des Unternehmens frühzeitig an seinen Schwiegersohn und Mitinhaber, dem Ingenieur Karl Maelzer (1877-1956), übergeben. Dieser war 1901 in die Firma eingetreten und hatte 1903 Blödners älteste Tochter geheiratet. Am 01. August 1927, ein Vierteljahr vor dem 50jährigen Jubiläum seiner Fabrik, verstarb Kommerzienrat Blödner. Unter Karl Maelzers Leitung erweiterte sich das unternehmen noch einmal gewaltig, so dass es schließlich aus dem Hauptbetrieb in der Parkstraße 5-9 sowie drei Nebenbetrieben (Friemarer Straße, Heutalsweg 7 und Luisenthal) bestand. Nach 40jähriger Tätigkeit übernahm sein Sohn, Dipl. Ing. Karl-August Maelzer (1907-1948), die Leitung der Firma. Gleich nach Kriegsende 1945 wurde das Unternehmen als Rüstungsbetrieb enteignet und aufgelöst. Auf dem Betriebsgelände nahmen eine Öl- und Margarinefabrik sowie eine Schuhfabrik die Produktion auf. Die Familien Blödner und Maelzer bewohnten gemeinsam die Villa in der heutigen Puschkinallee 2.

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